Donnerstag, 16. März 2017

Florida - Fort Lauderdale, Miami, Orlando, Fort Myers



In Fort Lauderdale angekommen empfingen uns endlich wohlige Wärme und sonnige 28°. Unsere Reise durch den Sunshine State begann wie unsere beiden Etappen vorher: mit einer großen Diskussion in der Mietwagenfirma! Es ist kaum zu glauben, aber auch unseren dritten Mietwagen in Folge sollten wir nur mit viel Geduld, konsequentem Verneinen und viel viel Humor bekommen. Dieses Mal hieß es sogar, es wäre der Smart, den wir gebucht hatten und er hätte eben in dieser Kategorie (Economie Class!) nichts anderes da, wegen Spring Brake usw. und er würde uns ja gern helfen, aber er könne nichts dafür, dass wir nur die niedrige Kategorie gebucht hätten! Alles klar, in so einer Riesenfirma, wo dauernd neue Autos rein kommen, gibt`s nur den Smart! Tja, und dann ging es plötzlich nach mindestens 20 min Diskussion doch, er hätte da doch was gedeichselt, es sei gerade ein Wagen aus der Waschanlage gekommen… Genau… (Das Autohaus war voll mit anderen Economie-Class-Wagen!). Muss ja auch, schließlich versuchen sie ja so vielen Leuten wie möglich ein Upgrade aufzuschwatzen, da müssten ja massenweise kleine Autos übrig sein… Naja, es schien ihm dann selbst unangenehm zu sein. Wir konnten dann nur noch drüber lachen.
Unsere erste Unterkunft hatten wir in Fort Lauderdale und wir ließen es uns nicht nehmen, noch am Abend einen kleinen Abstecher zum Strand zu machen. Es war so schön, nach so vielen Wochen, die zum Teil auch sehr kalt waren, endlich einmal bis nachts in Flip Flops und kurzen Sachen draußen sein zu können.
Am nächsten Tag fuhren wir (bzw. krochen wir durch ewige Staus) nach Miami Beach und nach einer ewig langen Parkplatzsuche ließen wir es uns dort am Strand der schönen Körper und großen Egos (laut unserem Reiseführer :D) gut gehen. Tatsächlich gab es immer viel zu entdecken und viele schöne Menschen anzuschauen (aber auch nicht so schöne). Manche waren angetan wie Filmstars beim Dreh und die meisten schienen weniger wegen des tollen Strandes oder des wirklich angenehm temperierten Atlantiks, sondern vielmehr zur Darstellung ihrer selbst und für reihenweise Selfie-Shootings hier zu sein. Einer lief sogar komplett im Anzug herum, Socken und Schuhe in der Hand :D. Und da gab es die aufregendsten Bikinis zu bestaunen (die dürften interessante Muster hinterlassen…). Manchen war dann auch egal, ob die typisch amerikanische Durchschnittsfigur über alle Stricke und Bänder quoll oder nicht.
Lake Worth, das etwas weiter nördlich von Fort Lauderdale liegt, war dann für die nächsten zwei Tage unser nächstes Ziel. Wir genossen die Wärme und das Herumlungern am Strand und auch Timmi liebt es, im Sand zu wühlen, allerlei Zeug einzusammeln und unsere Handtücher komplett mit Muscheln, Sand und Steinchen zu füllen. Mit so einer Wühlmaus kann man sich eigentlich das Strandtuch auch schenken – macht schon nach 10 min keinen Unterschied mehr :D. Gegen Abend des zweiten Tages frischte plötzlich der Wind ziemlich auf und innerhalb einer Stunde war es auf einmal viel kühler. Wie wir in den Nachrichten gelesen hatten, war ein Blizzard über New York und den Norden hereingebrochen mit Schnee und Minusgraden. Die Ausläufer den Wetterumschwungs sollten auch hier in Florida zu spüren sein – der Wetterbericht sagte für einige Gebiete zuerst Regen und dann trotz blauem Himmerl Tageshöchsttemperaturen von nur 13° an (!), und das in Florida, wo in der Regel das ganze Jahr über sommerliche Temperaturen herrschen und es praktisch nie Frost und selten Regen gibt. Was soll man sagen… Wir sind es ja nun schon gewohnt, auf unserer Reise öfter mal außergewöhnliche Wetterbedingungen kennen lernen zu dürfen, von denen selbst die Einwohner regelmäßig überrascht waren – trotzdem waren wir erschüttert, als in Orlando, wo anfangs noch halbwegs warmes, wenn auch regnerisches Wetter herrschte, plötzlich ein eiskalter Wind aufkam und über Nacht die Temperaturen extrem absackten. Den Besuch im „Gatorland“ erlebten wir bei warmem Wetter und konnten so in Ruhe die zahllosen Alligatoren und Krokodile bewundern, die sich hier tummeln. Auch die vielseitige Vogelwelt Floridas ist hier gut vertreten. Man kann hier die Tiere auch von oben mit einer Art Seilbahn erleben, wo man in einen Gurt gehängt an einem Drahtseil über das Wasser und die Alligatoren saust. Mit Baby leider nicht machbar :D.
Am nächsten Tag erlebten wir die Alligatoren ganz nah und in freier Wildbahn im Wekiwa Springs State Park, was viel noch aufregender und interessanter war. Wir liehen uns ein Kanu und paddelten durch die Mangroven. Mehrere Schilder warnten vor Alligatoren, in deren natürlichen Lebensraum wir uns nun befanden, sowie vor Schlangen und anderem Getier. Laut Reiseführer können nur wenige Ort in Orlando mit der Schönheit dieses Ortes konkurrieren und da müssen wir den Autoren Recht geben. Es war ein unvergleichliches Erlebnis! Wir paddelten durch dschungelartigen Wald - also Johannes paddelte und ich versuchte, das Kind zu bändigen, das sich mit großer Begeisterung von einer Seite des Kanus zur anderen warf, um mit den Händen im Wasser zu planschen, wir sahen große und kleinen Schildkröten, die sich auf den Steinen sonnten und dann sahen wir endlich auch unseren ersten Alligator!! Das war spannend – in einem kleinen Kanu zu sitzen mit einem zappelnden Baby, das dauernd die Hände im Wasser hat und gegenüber frei lebende Alligatoren! Wir sahen noch einen weiteren, größeren, und konnten bis zu 1,5 m nah heran fahren, um ihn aus der Nähe zu betrachten. Er musterte uns eher misstrauisch und wir wollten ihn auch nicht weiter stören(bloß nicht!)… Das größte Tier dieser Art, das hier in diesem Fluss bisher gesichtet wurde, war ca. 3 m lang. Was uns nicht so ganz geheuer war, war die Badestelle, wo die Quelle entspringt – ein tolles Naturwaldbad mitten zwischen den Mangroven mit Temperaturen, die das ganze Jahr über bei ca. 23° liegen. Hier können jederzeit Alligatoren auftauchen, da es keinerlei Begrenzung oder Absicherung gibt und man sich hier beim Baden mit den Tieren ihren Lebensraum teilt. Mhm, Baden mit Special Thrill…
Da in dieser Nacht der bereits beschriebene Kälteeinbruch kam, der nur den Süden Floridas etwas verschonte, beschlossen wir schweren Herzens, Daytona Beach und den Norden von der Liste zu streichen und nochmal zurück in den Süden zu fahren. Die kalten Tage haben wir nun wirklich über! Hier war es dann bei knapp 23° noch am wärmsten in ganz Florida und wir waren froh, uns so entschieden zu haben, denn selbst hier war der Wind noch ziemlich kalt, trotz strahlenden Sonnenscheins! Mit Windschutz hatten wir dann aber doch wieder zwei wundervolle Strandtage und konnten dann gut gelaunt die Küste wechseln – von Ost nach West an den Golf von Mexiko. Hier sind wir nun seit gestern in einer tollen Unterkunft direkt mit Blick auf den Sonnenuntergang über dem Wasser in Fort Myers und es ist noch immer recht frisch. Aber im Laufe des Tages wird es sehr angenehm und so konnten wir gestern den Fort Myers Beach (voll mit Studenten in Partylaune – Spring Brake) und heute den Strand auf Sanibel und Captiva Island besuchen. Dank einer besonderen Strömung werden hier die schönsten Seemuscheln der USA in allen Größen und Formen angeschwemmt – 400 verschiedene Arten! Hier kann man überall teils monströsee Muscheln finden oder auch kaufen (Werbung: „She Sells Sea Shells“ :D). Tim spielt auch seit ein paar Tagen mit großer Begeisterung mit einer Vielzahl riesiger Muscheln, die seine Eltern noch an der Ostküste für ihn herangeschleppt haben und die nun bei jedem Strandbesuch mit im Gepäck sind. Auf dem Rückweg über die Landbrücke, über die man die Inseln erreichen kann, konnten wir noch einen der großen Pelikane beim Flug begleiten. Morgen geht`s nach Clearwater Beach, und dann soll es endlich auch wieder heiß werden :D!!

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