Nachdem wir dann doch irgendwann die Niagara Fälle kurz nach
den kanadischen Grenze erreicht hatten, waren wir überrascht, wie voll es hier
ist und welches „LasVegas-Flaire“ hier herrscht. Massen an Touristen, riesige Casinos
und die Wasserfälle sind nachts farbig angestrahlt (sieht aber ziemlich toll
aus!). Unser Hotelzimmer (eigentlich mit Zimmern mit direktem Blick auf die Wasserfälle)
war leider mehr als unterirdisch! Das allerletzte Zimmer im zweiten Stock eines
Nebengebäudes in einem kilometerlangen Gang, direkt vor dem Notausgang, es zog
durch alle Ritzen in den Außenwänden (man spürte nachts den „Wind“ am Kopf),
aus der Wand heraus gerissene Steckdosen (fand Tim natürlich besonders
interessant!), Heizung und Dusche, die nicht wirklich heiß wurden (und das bei
unter -10°C!!!) und Blick auf den Parkplatz. Grrrr…! Angeblich sind alle Zimmer
im Hotel mit Blick auf die Niagara Fälle! Eine Nacht hielten wir es aus (Hotel
war auch komplett voll), dann beschwerten wir uns doch, das ging so nicht. Und
wir wurden mehr als entschädigt – mit einer großen und schicken Suite im 20.
Stock, mit Wirlpoolbadewanne und endlich mit Blick auf Wasserfälle! Perfekt.
Unsere Freudenjuchzer und Luftsprünge im Fahrstuhl fand Tim total lustig :D.
Es ist so kalt hier, dass die Niagarafälle zum Teil sogar
schon zugefroren sind und durch den starken Nebel und den Nieselregen, die von
den Wasserfällen herüber geweht werden, ist ein Teil der Straße und alle Bäume,
Laternen usw. von einer dicken Eisschicht überzogen, die durch den Wind die
bizarrsten Formen angenommen haben. Es sieht aus, wie im Land der Eiskönigin.
Die Stadt schlägt regelmäßig alle Eisskulpturen ab, damit niemand von einer
dieser kunstvollen Gebilde erschlagen wird und auf den Straßen liegt
zentimeterdick das Streusalz. Sicher ist es im Sommer hier an den Niagarafällen
sehr schön, aber diese Naturwunder im Winter haben ihren ganz besonderen Reiz
und wir waren froh, dieses Ziel nicht gestrichen zu haben. Auch Toronto
statteten wir einen kleinen Besuch ab und schauten uns die Stadt und den
riesigen Ontariosee (ca. 19.000 km²) vom CN-Tower aus an, dem höchsten
Fernsehturm der Welt (553 m hoch). Über 30 Jahre (1975 bis 2007) lang war dies
das größte freistehende, nicht abgespannte Gebäude der Welt.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen