Montag, 6. März 2017

Kanada - Niagara Fälle und Toronto



Als „kleinen“ Abstecher hatten wir von New York aus noch einen Trip zu den 411 Meilen entfernten Niagara Fällen geplant. Wenn man schonmal „in der Nähe“ ist ;). Eigentlich hatten wir das Ganze wegen der extremen Kälte und der doch recht langen Autofahrt streichen wollen (Tim fängt nun an, zu laufen, wenn er eine „Gehhilfe“ hat :D und da sind so lange Autofahren nicht so schön), aber leider ging es nicht mehr zu stornieren. Also los ging`s. Die Fahrt lief gut, wenn auch sehr schleppend. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen in den USA können vor allem auf langen Strecken sehr nervig sein. Mit maximal 65 miles per hour (ca. 105 km/h) fühlt man sich zeitweilig, als würde man nie ankommen. Und auch wenn viele andere Autos und vor allem auch Trucks hier deutlich zu schnell fahren, sollte man sich nicht verleiten lassen, es ihnen gleich zu tun – die Cops lauern wirklich überall und kassieren fleißig ab.
Nachdem wir dann doch irgendwann die Niagara Fälle kurz nach den kanadischen Grenze erreicht hatten, waren wir überrascht, wie voll es hier ist und welches „LasVegas-Flaire“ hier herrscht. Massen an Touristen, riesige Casinos und die Wasserfälle sind nachts farbig angestrahlt (sieht aber ziemlich toll aus!). Unser Hotelzimmer (eigentlich mit Zimmern mit direktem Blick auf die Wasserfälle) war leider mehr als unterirdisch! Das allerletzte Zimmer im zweiten Stock eines Nebengebäudes in einem kilometerlangen Gang, direkt vor dem Notausgang, es zog durch alle Ritzen in den Außenwänden (man spürte nachts den „Wind“ am Kopf), aus der Wand heraus gerissene Steckdosen (fand Tim natürlich besonders interessant!), Heizung und Dusche, die nicht wirklich heiß wurden (und das bei unter -10°C!!!) und Blick auf den Parkplatz. Grrrr…! Angeblich sind alle Zimmer im Hotel mit Blick auf die Niagara Fälle! Eine Nacht hielten wir es aus (Hotel war auch komplett voll), dann beschwerten wir uns doch, das ging so nicht. Und wir wurden mehr als entschädigt – mit einer großen und schicken Suite im 20. Stock, mit Wirlpoolbadewanne und endlich mit Blick auf Wasserfälle! Perfekt. Unsere Freudenjuchzer und Luftsprünge im Fahrstuhl fand Tim total lustig :D.
Es ist so kalt hier, dass die Niagarafälle zum Teil sogar schon zugefroren sind und durch den starken Nebel und den Nieselregen, die von den Wasserfällen herüber geweht werden, ist ein Teil der Straße und alle Bäume, Laternen usw. von einer dicken Eisschicht überzogen, die durch den Wind die bizarrsten Formen angenommen haben. Es sieht aus, wie im Land der Eiskönigin. Die Stadt schlägt regelmäßig alle Eisskulpturen ab, damit niemand von einer dieser kunstvollen Gebilde erschlagen wird und auf den Straßen liegt zentimeterdick das Streusalz. Sicher ist es im Sommer hier an den Niagarafällen sehr schön, aber diese Naturwunder im Winter haben ihren ganz besonderen Reiz und wir waren froh, dieses Ziel nicht gestrichen zu haben. Auch Toronto statteten wir einen kleinen Besuch ab und schauten uns die Stadt und den riesigen Ontariosee (ca. 19.000 km²) vom CN-Tower aus an, dem höchsten Fernsehturm der Welt (553 m hoch). Über 30 Jahre (1975 bis 2007) lang war dies das größte freistehende, nicht abgespannte Gebäude der Welt.

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