Dienstag, 14. März 2017

New York Part Two



Wieder einmal im Regen fuhren wir am nächsten Morgen mit der Staten Island Ferry vorbei an der Freiheitsstatue nach Manhattan. Unser heutiges erstes Ziel war Grand Central Terminal, bekannt aus Hunderten von Filmen und seit seiner Einweihung 1913 der größte Bahnhof der Welt (die Bahngleisanzahl betreffend – 67 Gleise an 44 Bahnsteigen). Leider durfte Johannes wieder einmal sein Stativ nirgendwo aufbauen, irgendeine Gefahr geht offenbar von so einem Ding aus, wenn es einfach irgendwo in New York aufgebaut wird – zumindest gab es schon mehrfach hier in New York etwas paranoide Hinweise, dies aus Sicherheitsgründen bitte zu unterlassen. U.a. ist ein Teil des Bahnhofs ein Apple-Store, mitsamt der davor befindlichen Treppe. Da geht das natürlich sowieso nicht, außer vielleicht man filmt mit dem IPhone. Naja, irgendwann gab es doch einen kleinen Fleck „neutrales Land“, wo es offenbar kein Problem darstellte. Danach ging es weiter zum Rockefeller Center, einen Gebäudekomplex aus insgesamt 20 Bauten, der sich über drei Straßenblocks erstreckt und anschließend zum Empire State Building. Dies war der absolute Höhepunkt des Tages und Abends! Es hatte im Laufe des Tages sogar aufgehört zu regnen und war stetig wärmer geworden. Wir wollten den Eintrittspreis so richtig ausnutzen und blieben bis zum Sonnenuntergang auf dem Dach des ebenfalls (u.a. aus zahlreichen Filmen) weltberühmten Wolkenkratzers. In alle Richtungen hat man einen wunderbaren Blick über Manhattan und trotz der Wolken kamen wir wieder voll auf unsere Kosten, was das Fotografieren angeht :D. Die Timelapsaufnahmen von hier oben sind toll geworden und auch Tim fand den Ausblick super. Wenn man da oben steht und sich richtig bewusst macht, was Menschen alles zu bauen im Stande sind und in welchem Ausmaß… Wieder einmal trotz allem kaum vorstellbar – auch wenn man es direkt vor sich bzw. unter sich sieht. An diesem Abend schliefen wir nicht in New York, sondern wir hatten eine Unterkunft in Belmar am Meer, ca. 1,5 h südlich von New York gebucht, da wir von dort aus noch ein paar andere Ecken besuchen wollten. Die Unterkunft war jedoch wieder einmal eine von der Sorte, die es unter die Top Five der schlechtesten aller unserer Unterkünfte schaffen wird. Zum kalten Regenwetter kamen eine nicht vorhandene Heizung, Außenwände, durch die der Wind pfiff (ernsthaft!), Betten, in denen man wie in einem Adlernest lag und alle am Ende in einer einzigen Kuhle in der Mitte des Bettes zusammengerollt waren, ein Waschbecken, das mit zwei Holzkrücken gestützt werden musste, ein nach alten Füßen stinkender Teppich, eine Jalousie, die nur noch aus Einzelteilen bestand, ein uralter Röhrenfernseher (!) und schließlich noch Nachbarn, deren Baby partout nicht einschlafen wollte. Dies bewog seinen Papa dazu, es mit ziemlich lauter HipHop-Musik zum Einschlafen zu bringen – was uns wiederrum so gar nicht beim Schlafen half. WLan funktionierte gar nicht. Johannes behauptete am nächsten Tag einfach frech, unser Flug sei verschoben worden, um die zweite Nacht hier kostenfrei stornieren zu können – noch eine Nacht hier wollten wir auf keinen Fall auf uns nehmen! Das uralte Fossil von „Empfangsdame“ sabberte ihre handgeschriebenes Buchungsheft voll, verstand wahrscheinlich kein Wort und ein alter Mann vom gleichen Schlag erzählte uns, man habe ja nun kürzlich Hitlers Telefon gefunden :D – nachdem er hörte, das wir aus Deutschland kommen… Schön. Wir suchten uns schnell eine neue Unterkunft in Flughafennähe und verbrachten den letzten Tag nochmal in New York.
An unserem letzten Tag in Big Apple war Petrus endlich mal wieder auf unserer Seite mit Sonne und fast schon sommerlichen Temperaturen und wir starteten mit der Subway direkt zum Central Park durch. Ein ganz neues Bild erwartete uns beim Verlassen des New Yorker Untergrundes. Die Hochhäuser waren weg und man hatte das Gefühl, dass die Stadt plötzlich zu Ende sei. Denn sie ändert sich über 51 Straßen (über 4 km) und 3 Avenues (fast 900 m) gänzlich. Die Grüne Lunge Manhattans wurde 1859 errichtet und nach ca. 15 Jahren Bauzeit fertig gestellt. Wir hatten jedoch nicht so viel Zeit die fast 95 km Fußweg abzulaufen. Daher hielten wir uns vorwiegend im vorderen Teil (Norden) des Parks auf. Zwar hatten wir die Idee, ganz romantisch eine 45minütige Kutschfahrt durch den Park zu unternehmen, aber für 120 USD verwarfen wir diese schnell – auch wenn sich alle Kutscher plötzlich gegenseitig unterboten und wir am Ende sogar für 40 Dollar hätten fahren können. Auf einem der unzähligen Felsen genossen wir dann die warmen Sonnenstrahlen, Tim turnte über die Steine und  nach einer Stunde zogen wir weiter nach Brooklyn.
Diese Gegend befindet sich zurzeit in einer Phase des Umbruchs, der Modernisierung und der Neuentdeckung bzw. Neudefinition durch Künstler und Architekten (DUMBO). Sie eignet sich besonders gut, um auch noch einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Skyline von Manhattan zu erhaschen. Danach huschten wir zum nächsten Wahrzeichen New Yorks - zum Flatiron Building. Ein sehr untypisches Haus für New York (und auch sonst) – der Grundriss ist dreieckig, wie ein gigantisches Bügeleisen steht es an der Ecke Broadway und 23. Straße. Wir hätten gern einmal die Eckräume von innen gesehen und vor allem die Möbel, die hier Platz finden müssen :D… Den Abschluss bildete heute nochmal ein Besuch des Time Square mit einigen weiteren tollen Timelaps-Aufnahmen. Danach hieß es zurück in die Unterkunft und packen für den morgigen Flug zur letzten Etappe unserer Reise – Florida!!













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