Wieder einmal im Regen fuhren wir
am nächsten Morgen mit der Staten Island Ferry vorbei an der Freiheitsstatue nach
Manhattan. Unser heutiges erstes Ziel war Grand Central Terminal, bekannt aus
Hunderten von Filmen und seit seiner Einweihung 1913 der größte Bahnhof der
Welt (die Bahngleisanzahl betreffend – 67 Gleise an 44 Bahnsteigen). Leider
durfte Johannes wieder einmal sein Stativ nirgendwo aufbauen, irgendeine Gefahr
geht offenbar von so einem Ding aus, wenn es einfach irgendwo in New York
aufgebaut wird – zumindest gab es schon mehrfach hier in New York etwas
paranoide Hinweise, dies aus Sicherheitsgründen bitte zu unterlassen. U.a. ist
ein Teil des Bahnhofs ein Apple-Store, mitsamt der davor befindlichen Treppe.
Da geht das natürlich sowieso nicht, außer vielleicht man filmt mit dem IPhone.
Naja, irgendwann gab es doch einen kleinen Fleck „neutrales Land“, wo es
offenbar kein Problem darstellte. Danach ging es weiter zum Rockefeller Center,
einen Gebäudekomplex aus insgesamt 20 Bauten, der sich über drei Straßenblocks
erstreckt und anschließend zum Empire State Building. Dies war der absolute
Höhepunkt des Tages und Abends! Es hatte im Laufe des Tages sogar aufgehört zu
regnen und war stetig wärmer geworden. Wir wollten den Eintrittspreis so
richtig ausnutzen und blieben bis zum Sonnenuntergang auf dem Dach des
ebenfalls (u.a. aus zahlreichen Filmen) weltberühmten Wolkenkratzers. In alle
Richtungen hat man einen wunderbaren Blick über Manhattan und trotz der Wolken
kamen wir wieder voll auf unsere Kosten, was das Fotografieren angeht :D. Die Timelapsaufnahmen
von hier oben sind toll geworden und auch Tim fand den Ausblick super. Wenn man
da oben steht und sich richtig bewusst macht, was Menschen alles zu bauen im
Stande sind und in welchem Ausmaß… Wieder einmal trotz allem kaum vorstellbar –
auch wenn man es direkt vor sich bzw. unter sich sieht. An diesem Abend
schliefen wir nicht in New York, sondern wir hatten eine Unterkunft in Belmar
am Meer, ca. 1,5 h südlich von New York gebucht, da wir von dort aus noch ein
paar andere Ecken besuchen wollten. Die Unterkunft war jedoch wieder einmal
eine von der Sorte, die es unter die Top Five der schlechtesten aller unserer
Unterkünfte schaffen wird. Zum kalten Regenwetter kamen eine nicht vorhandene
Heizung, Außenwände, durch die der Wind pfiff (ernsthaft!), Betten, in denen
man wie in einem Adlernest lag und alle am Ende in einer einzigen Kuhle in der
Mitte des Bettes zusammengerollt waren, ein Waschbecken, das mit zwei
Holzkrücken gestützt werden musste, ein nach alten Füßen stinkender Teppich,
eine Jalousie, die nur noch aus Einzelteilen bestand, ein uralter
Röhrenfernseher (!) und schließlich noch Nachbarn, deren Baby partout nicht
einschlafen wollte. Dies bewog seinen Papa dazu, es mit ziemlich lauter
HipHop-Musik zum Einschlafen zu bringen – was uns wiederrum so gar nicht beim
Schlafen half. WLan funktionierte gar nicht. Johannes behauptete am nächsten
Tag einfach frech, unser Flug sei verschoben worden, um die zweite Nacht hier
kostenfrei stornieren zu können – noch eine Nacht hier wollten wir auf keinen
Fall auf uns nehmen! Das uralte Fossil von „Empfangsdame“ sabberte ihre
handgeschriebenes Buchungsheft voll, verstand wahrscheinlich kein Wort und ein
alter Mann vom gleichen Schlag erzählte uns, man habe ja nun kürzlich Hitlers
Telefon gefunden :D – nachdem er hörte, das wir aus Deutschland kommen… Schön.
Wir suchten uns schnell eine neue Unterkunft in Flughafennähe und verbrachten
den letzten Tag nochmal in New York.
An unserem letzten Tag in Big
Apple war Petrus endlich mal wieder auf unserer Seite mit Sonne und fast schon
sommerlichen Temperaturen und wir starteten mit der Subway direkt zum Central
Park durch. Ein ganz neues Bild erwartete uns beim Verlassen des New Yorker
Untergrundes. Die Hochhäuser waren weg und man hatte das Gefühl, dass die Stadt
plötzlich zu Ende sei. Denn sie ändert sich über 51 Straßen (über 4 km) und 3
Avenues (fast 900 m) gänzlich. Die Grüne Lunge Manhattans wurde 1859 errichtet und
nach ca. 15 Jahren Bauzeit fertig gestellt. Wir hatten jedoch nicht so viel
Zeit die fast 95 km Fußweg abzulaufen. Daher hielten wir uns vorwiegend im
vorderen Teil (Norden) des Parks auf. Zwar hatten wir die Idee, ganz romantisch
eine 45minütige Kutschfahrt durch den Park zu unternehmen, aber für 120 USD
verwarfen wir diese schnell – auch wenn sich alle Kutscher plötzlich
gegenseitig unterboten und wir am Ende sogar für 40 Dollar hätten fahren
können. Auf einem der unzähligen Felsen genossen wir dann die warmen
Sonnenstrahlen, Tim turnte über die Steine und nach einer Stunde zogen wir weiter nach
Brooklyn.
Diese Gegend befindet sich
zurzeit in einer Phase des Umbruchs, der Modernisierung und der Neuentdeckung
bzw. Neudefinition durch Künstler und Architekten (DUMBO). Sie eignet sich
besonders gut, um auch noch einen schönen Blick auf die gegenüberliegende
Skyline von Manhattan zu erhaschen. Danach huschten wir zum nächsten
Wahrzeichen New Yorks - zum Flatiron Building. Ein sehr untypisches Haus für
New York (und auch sonst) – der Grundriss ist dreieckig, wie ein gigantisches
Bügeleisen steht es an der Ecke Broadway und 23. Straße. Wir hätten gern einmal
die Eckräume von innen gesehen und vor allem die Möbel, die hier Platz finden
müssen :D… Den Abschluss bildete heute nochmal ein Besuch des Time Square mit
einigen weiteren tollen Timelaps-Aufnahmen. Danach hieß es zurück in die
Unterkunft und packen für den morgigen Flug zur letzten Etappe unserer Reise –
Florida!!
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