Allein der Fahrstuhl zur ersten Ebene des CN-Tower hat schon etwas für
sich. Man fährt in ca. 45 s bis auf eine Höhe von 360 m… so müssen sich
Astronauten beim Start der Rakete fühlen. Der Perspektivenwechsel ist schon
sehr gewaltig. Wolkenkratzer erscheinen plötzlich wie kleine Lego-Häuschen und
Menschen wie Miniaturameisen und noch beeindruckender ist die Tatsache,
dass man selbst von dort oben nur den Horizont vom Ontariosee sieht, nicht
weiter…
Wir hielten uns gute 2 Stunden auf dem Turm auf und haben
uns zum Abschluss sogar getraut, auf dem Glasboden ein paar Schritte zu gehen –
unter uns die Tiefe. Es ist schon anfangs eine Überwindung, auch wenn dieser Boden
nachweislich 3,5 Orcas tragen könnte. Oder 3639 Kanadagänse J. Tim war ganz ohne
Furcht und ist einfach drüber gekrabbelt und hat fröhlich gequiekt.
Vor unserer Rückfahrt nach New York wollten wir am Abend
nochmal die Niagarafälle von Nahen betrachten, da dies bei unserer Ankunft
durch den Starkregen bzw. die Gischt, erzeugt durch die enormen Wassermassen, und
die Polizei (dort ist überall „No Parking any Time“) verhindert wurde. Es
könnte ja sonst passieren, dass ein Tourist mal was kostenlos macht, z.B. ohne
ein Parkticket über mindestens 15 Dollar zu lösen… Wir zogen alles an, was wir
hatten (im Gegensatz zu Tim waren wir klamottentechnisch nicht für diese Kälte
ausgestattet) und machten uns bei Dunkelheit mit Regenschirm auf den Weg. Durch
die in verschiedenen Farben angestrahlten Wasserfälle und die Ruhe (ohne andere
Besucher) herrschte eine sehr eigene Stimmung. Bei dem Gedanken daran, wie viele
Tausende Liter Wasser dort pro Sekunde hinab stürzen (mehr als 2,8 Millionen
l/s), entsteht ein Gefühl großer Ehrfurcht… Lange hielten wir es leider bei der
Kälte nicht aus und gingen in unsere tolle und diesmal auch warme Suite zurück.
Am nächsten Tag wurden wir mit einem ungetrübten Blick ohne Regen und mit viel
milderen Temperaturen belohnt. Ganz nah an der Kante zu stehen und zu sehen, wie
ein riesiger Fluss plötzlich in die Tiefe kracht, ist einfach wunderbar.
Dann starteten wir unsere fast 700 km lange Fahrt zurück nach
New York bzw. Staten Island, um uns am nächsten Tag mit der Fähre gleich ganz
früh ins Großstadtgetümmel zu stürzen.
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