Sonntag, 12. März 2017



Allein der Fahrstuhl zur ersten Ebene des CN-Tower hat schon etwas für sich. Man fährt in ca. 45 s bis auf eine Höhe von 360 m… so müssen sich Astronauten beim Start der Rakete fühlen. Der Perspektivenwechsel ist schon sehr gewaltig. Wolkenkratzer erscheinen plötzlich wie kleine Lego-Häuschen und Menschen wie Miniaturameisen und noch beeindruckender ist die Tatsache, dass man selbst von dort oben nur den Horizont vom Ontariosee sieht, nicht weiter…
Wir hielten uns gute 2 Stunden auf dem Turm auf und haben uns zum Abschluss sogar getraut, auf dem Glasboden ein paar Schritte zu gehen – unter uns die Tiefe. Es ist schon anfangs eine Überwindung, auch wenn dieser Boden nachweislich 3,5 Orcas tragen könnte. Oder 3639 Kanadagänse J. Tim war ganz ohne Furcht und ist einfach drüber gekrabbelt und hat fröhlich gequiekt.
Vor unserer Rückfahrt nach New York wollten wir am Abend nochmal die Niagarafälle von Nahen betrachten, da dies bei unserer Ankunft durch den Starkregen bzw. die Gischt, erzeugt durch die enormen Wassermassen, und die Polizei (dort ist überall „No Parking any Time“) verhindert wurde. Es könnte ja sonst passieren, dass ein Tourist mal was kostenlos macht, z.B. ohne ein Parkticket über mindestens 15 Dollar zu lösen… Wir zogen alles an, was wir hatten (im Gegensatz zu Tim waren wir klamottentechnisch nicht für diese Kälte ausgestattet) und machten uns bei Dunkelheit mit Regenschirm auf den Weg. Durch die in verschiedenen Farben angestrahlten Wasserfälle und die Ruhe (ohne andere Besucher) herrschte eine sehr eigene Stimmung. Bei dem Gedanken daran, wie viele Tausende Liter Wasser dort pro Sekunde hinab stürzen (mehr als 2,8 Millionen l/s), entsteht ein Gefühl großer Ehrfurcht… Lange hielten wir es leider bei der Kälte nicht aus und gingen in unsere tolle und diesmal auch warme Suite zurück. Am nächsten Tag wurden wir mit einem ungetrübten Blick ohne Regen und mit viel milderen Temperaturen belohnt. Ganz nah an der Kante zu stehen und zu sehen, wie ein riesiger Fluss plötzlich in die Tiefe kracht, ist einfach wunderbar.
Dann starteten wir unsere fast 700 km lange Fahrt zurück nach New York bzw. Staten Island, um uns am nächsten Tag mit der Fähre gleich ganz früh ins Großstadtgetümmel zu stürzen.

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