Mit der Metro fuhren wir am nächsten Tag (bei ca. 2°C und
garstigem Wind!!) zum Big Apple. Erster Stopp war das One World Trade Center
und Ground Zero im Financial District. Hier sind seit dem Anschlag 9/11 viele
Neubauten entstanden, die mehr oder weniger vor allem eines sagen wollen: die
Freiheit lassen wir uns nicht nehmen! Und es ist gelungen – das Gebiet rund um
Ground Zero strahlt eine ganz eigene Stärke und auch einen gewissen Trotz aus, so
dass jeder hier abwechselnd andächtig in die Memorial`s Twin Reflection Pools oder in die Höhe, zu den neuen
Wolkenkratzern, starrt. Das One World Trade Center ist mit 541 m das höchste
Gebäude der Stadt und glänzt strahlend in der Sonne. Es ist trotz allem kaum
vorstellbar, wieviel Leid und Schmerz dieser Ort gesehen hat. Hier kann man
nicht einfach durch huschen, man braucht immer mindestens ein paar Minuten Ruhe
und Zeit zum Gedenken…
Zu Fuß ging es dann durch das Finanzzentrum New Yorks (wo
die Broker mit ihren Aktentaschen regelmäßig den DAX füttern :D…) weiter zum
Fährhafen. Ein schneller Hotdog stillte den größten Hunger. Mit der Staten
Island Ferry wollten wir die Freiheitsstatue passieren, ein für alle Passagiere
absolut kostenloses Vergnügen, solange man sich nicht von einem der wirklich
sehr penetranten „Fähren-Fänger“ beschwatzen lässt, eine „Special Statue of
Liberty Tour“ mitzumachen. Diese kostet nämlich Geld – und das sicher nicht zu
knapp. Sogar bis direkt vor dem Eingang der Fähre nach Staten Island postieren
sich diese Menschen und versuchen jeden Einzelnen abzufangen, den sie erwischen
können. Auf der Fähre (fährt alle halbe Stunde) war es dann zwar ziemlich kalt,
aber für ein paar Fotos konnten wir sogar Tim ganz kurz mit raus nehmen. Die
Fähre ist riesig und so ist sowohl für New Yorker Pendler, Familienausflügler
oder Obdachlose wie auch für alle begeisterten Besucher genug Platz, drinnen
wie draußen. Die Dame direkt zu besuchen hatten wir verworfen, da hier
Wartezeiten von bis zu 2,5 h wahrscheinlich sind und die Tickets nach ganz oben
begrenzt sind.
Nachdem wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, ging
es weiter zu Fuß zur Brooklyn Bridge. Auf dem Weg dahin gab es viel zu
entdecken und zwischen den Schluchten der riesigen Wolkenkratzer fand sich auch
das ein oder andere alte Haus, das an das typische „alte“ New York erinnert.
Die Brooklyn Bridge an sich ist vor allem eins: total überlaufen und voll. Wenn
man sich die vielen Menschen weg denkt, bleibt ein sehr beeindruckendes Bauwerk
und ein weiterer spannender Teil New Yorker Geschichte. Leider wurde es
zunehmend ungemütlicher und kälter und auf diesen bissigen Winter und den
eisigen Wind waren wir beide vor allem klamottentechnisch nicht eingestellt.
Also suchten wir uns eine schicke Bakery in der Park Avenue (Tatsache ist, dass
wir schon so verhungert waren, dass wir das Erstbeste auswählten, was wir auf
dem Weg zum Empire State Building entdeckten) und ließen uns an einem der
riesigen Fenster mit Blick auf den Menschenstrom unseren späten Lunch
schmecken. Das Empire State Building werden wir in den kommenden Tagen nochmal
in Ruhe besichtigen, da es dann schon dunkel wurde. Letztes Ziel an diesem Tag
waren dann noch der Broadway und der Timesquare und ein Besuch mehrerer
Geschäfte auf der Suche nach Mützen und Handschuhen. Nicht nur im eisigen New
York würden wir die noch brauchen, sondern auch in Kanada… :D
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