Unsere nun wirklich letzte Etappe
sind die Florida Keys, wo wir für drei Tage noch einmal neue Landschaften über
und unter dem Meer kennenlernen und die letzten Strandtage und geruhsamen Bummelstunden
genießen wollen. Leider hat uns, man glaubt es kaum, auch hier wieder einmal
das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht…! Das gewittrige Sturmwetter
aus den Everglades hat uns scheinbar bis hierher verfolgt, denn während der
dreistündigen Fahrt hierher regnete es immer wieder und es war auch wieder
einmal deutlichabgekühlt auf ca. 24° ;)… Als wir auf den Keys ankamen, sahen
wir nicht viel vom versprochenen Paradies – viel grau, viel Regen und vor allem
ewig langsamer Verkehr und fürchterlich viele Autofahrer, die noch nie was von Blinken, Sicherheitsabstand, Reißverschlussprinzip oder zügigem Anfahren gehört haben. Die Laune war
leider erstmal etwas getrübt, zumal wir auch keinen Strand finden konnten!
Nicht einmal da, wo angeblich Strand sein sollte. Aufgeschütteter Kies, wo zum
Teil noch die Plastikplane hervorschaute, Felsen, hier und da ein paar
Mangroven und ziemlich aufgewühltes Wasser. Das hatten wir uns nicht so
vorgestellt! Auch die Unterkunft auf Islamorada ist nicht unbedingt die
schönste, die wir je hatten… Aber egal. Wir beschlossen kurzfristig, einfach
gleich nach Key West durchzufahren, da wir da sowieso hin wollten und das
Wetter ja nicht so strandschön war. Und siehe da, weiter südlich wurde es dann
immer schöner und wärmer und gegen Abend hatten wir extra für den Sundowner in
Key West perfektes Wetter!! Am Mallory Square wird die Sonne traditionell jeden
Abend mit Applaus verabschiedet und zahlreiche Gaukler, Tänzer, Sänger und
andere Straßenkünstler versammeln sich, um hier ihre Künste darzubieten. Auch
die Zukunft kann man sich voraussagen lassen und an den bunten Ständen gibt es allerlei
Leckereien zu kaufen. Nach einem ausgedehnten Spaziergang entlang des Hafens
und der vielen Bars und Restaurants saßen wir mit Pizza und hunderten anderer
Menschen am Pier und schauten der Sonne dabei zu, wie sie im Meer versank und
applaudierten fleißig mit :D. Das Haus, wo einst Ernest Hemingway lebte, war
zwar leider schon geschlossen, aber auch so ist die Stadt einen gemütlichen
Abendspaziergang wert, vor allem, wenn in den zahlreichen Bars die Livemusik
losgeht und an jeder Ecke die Leute tanzen, singen und schwatzen. Es ist ein besonderes
Flair, was dieses südlichste Städtchen der USA ausmacht und jeder ist hier
willkommen, egal ob weiß, schwarz, braun, rot oder auch blau (laut Reiseführer ;)….)
oder welche Gesinnung, religiöse Einstellung oder Macke man hat.
Der nächste Tag war eigentlich komplett
für die Schnorcheltour mit dem Boot geplant, aber leider hatte der Wind über Nacht noch
einmal zugelegt und das stürmische Wetter sorgte dafür, dass alle Schnorcheltouren
gecancelt wurden, keine Bote oder Kajaks ausgeliehen werden konnten und auch
kein Glasbodenboot fuhr!! Was waren wir enttäuscht!! Wir hatten uns so auf die berühmten
Korallenriffe, die Rochen, die bunten Fische, die Meeresschildkröten, die
Manatis und sogar auf die Haie gefreut, die es hier zu sehen gibt – aber keine
Chance. Auch heute hatten wir Pech – alles gestrichen, das Meer scheint wie
leergeräumt – so gut wie keine Boote unterwegs… Jetzt hoffen, wir, dass wir
morgen mehr Glück haben und dieser garstige Wind endlich schwächer geworden
ist! Dann können wir doch noch die Schnorcheltour mit dem Boot machen und dann
gemütlich noch 2 Stündchen zum Strand und dann zum Flughafen nach Fort
Lauderdale fahren – unser Flug geht erst am Abend. Jetzt heißt es Daumen
drücken! Hier vor den Florida Keys liegt das größte Korallenriff des Kontinents
und der 195km² große John Pennekamp Coral Reef State Park ist (imit 55
Korallenarten, über 500 Fischarten und zahlreichen Schiffswracks aus dem 17.
Jhd.) das erste und schönste Wasserschutzgebiet des Landes – es wäre sehr schade,
dies zu verpassen. U.a. gibt es hier Meeresschildkröten, Rochen, Hammerhaie,
Bullenhaie, Tigerhaie, Barrakudas, Manatis und an den Küstengebieten Salzwasserkrokodile.
Ganz geheuer ist uns das Tauchen mit bzw. zu diesen wilden Kreaturen zwar auch
nicht, aber sie werden sich ja hoffentlich nicht gerade einen von uns zum
Mittag aussuchen…
Gestern und heute haben wir stattdessen
im Bahia Honda State Park am feinsandigen und tropisch anmutenden Strand (Big
Pine Key) verbracht. Eine 11 km lange Brücke, die Seven-Mile-Bridge, führt von den
oberen Keys bis hinunter zu den südlichen Inseln und zu diesem schönsten Strand
der Keys. Diese sind durch über 40 Brücken miteinander verbunden und die
Seven-Mile-Bridge ist die längste. Neben der Brücke sind noch die Reste der
einstigen Siebenmeilenbrücke zu sehen, auf der im frühen 20. Jhd. eine
Eisenbahnlinie die einzelnen Inseln verband – ein verheerender Hurrikan riss 1924
große Teile der Brücke ins Meer. Auf der neuen und den Überresten der alten
teilen sich nun Pelikane und Angler die besten Plätze zum Fische fangen. Von
hier oben kann man außerdem bei ruhiger See zahlreiche Wassertiere beobachten –
das Wasser ist hier in der Regel so klar und glatt, dass es nicht schwierig
ist, die verschiedenen Tiere zu erkennen. Wir konnten zumindest eine große
Wasserschildkröte beim Luftholen erspähen :).
Das Baden hier am Strand fühlt
sich ein bisschen unheimlich an, da das Wasser noch recht trüb ist und wir
wissen, wer hier alles so wohnt. Aber von einigen Einheimischen erfahren wir,
dass insbesondere die aggressiven Bullenhaie eher etwas weiter nördlich von
hier (nicht viel…) sehr zahlreich vertreten sind und Hammerhaie hier auch noch
nicht oft gesichtet wurden (nicht eben beruhigend…). 5-10 m – weiter gehen wir
nicht rein (es gibt hier am Strand zum Glück auch immer etwas saftigere und
größere „Happen“ in viel zu engen Bikinis, die den Haien sicher eher zusagen
als wir drei :D…). Johannes hat im Gespräch von einem Freizeitfischer erfahren,
dass am Tag zuvor ein großer Hammerhai sein Kajak (!) gerammt und versucht hat,
seinen Fisch, den er bereits an der Angel hatte, zu klauen. Sie mussten sich
dann ganz flach ins Boot legen, damit sie nicht kentern!!! (Whaaaaaat???) Aber
am Riff sollen sie alle wohl ganz friedlich sein… Mal sehen :).
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