Die Nacht in Olancha war wider Erwarten gut und wir haben
super geschlafen. Schlangen oder sonstiges Getier haben sich zum Glück nicht zu
uns getraut. Tim hat ihnen wahrscheinlich zu laut herum gequiekt J.
Heute früh ging es dann gleich kurz nach 8.00 Uhr weiter ins
Death Valley, in der Mojave Wüste. Dies ist der trockenste Nationalpark der USA
und ein Hitzepol. Hier wurde schon Temperaturen von fast 57°C gemessen. 1,5 h
braucht man von Olancha aus hierher und gleich zu Beginn erlebten wir eine
schöne Überraschung. Direkt mitten auf der Straße, die ins Tal führt, stand
plötzlich ein Koyote (oder etwas Ähnliches) und schaute uns ganz treuherzig an.
Er war ganz zutraulich und kam ganz nah ran, so dass wir ihn ganz in Ruhe aus
nächster Nähe betrachten konnten. Nachdem wir ein paar Fotos gemacht hatten,
wollten wir weiter und er lief uns noch viele Meter hinterher, als wollte er
mit. Leider sind Koyoten in unseren Motels nicht erlaubt und im Flugzeug sicher
auch nicht ;)…
Je näher wir zum Death Valley kamen, desto beeindruckender
wurde die Landschaft. Es ist erstaunlich – wir haben nun in den knapp zwei
Wochen, die wir unterwegs sind, schon so viele verschiedene Landschaften und so
viele unterschiedliche und besondere Naturphänomene bewundern können, dass es
kaum zu glauben ist, dass es immer wieder was Neues zu sehen gibt und immer
noch eine Steigerung möglich ist. Das Death Valley ist unheimlich groß, laut
Wikipedia 13.628 km², und nachdem wir unseren Pass (gleich für alle
Nationalparks der USA, gültig bis nächstes Jahr) gekauft hatten, wussten wir,
dass wir nicht einmal einen Bruchteil des ganzen würden anschauen können. So
beschränkten wir uns auf die großen Sanddünen, die von weiten eher klein
aussehen, aber immer größer zu werden scheinen, je mehr man sich ihnen nähert
und je länger man unterwegs ist und auf „Badwater Basin“. Es waren inzwischen
schon über 26° hier und wir konnten endlich mit kurzen Sachen herum laufen. Mit
Tim auf dem Rücken (Papa und Baby waren nach der ganzen Aktion komplett nass ;)….)
wanderten wir los. Die riesigen Sanddünen sind sehr beeindruckend und man kann
schön auf den Kämmen entlang wandern bis zu den größten Dünen, wohin wir insgesamt
ca. 1 h unterwegs waren. Noch tagelang sollten wir danach unseren Muskelkater
in den Waden spüren, bis in die Kniekehlen hinauf. Leider zog es nun doch
langsam zu, obgleich wir mit dem Wetter bisher wirklich Glück gehabt hatten.
Die Fotos können u.a. aufgrund des düsteren Lichts nicht mal annähernd die
beeindruckenden Ausmaße und die tollen Kontraste der Landschaft wiedergeben.
Nachdem wir zum Parkplatz zurück marschiert waren, mussten wir beide jeder
erstmal ca. ein Kilo Sand aus den Schuhen kippen. Ich hatte gehofft, eines der
hier lebenden Tiere zu sehen, einen „Roadrunner“ (Rennkuckuck), eine Klapperschlange
(von weiten!) oder einen Skorpion – aber leider ließ sich keines der Tiere
blicken. War vielleicht auch besser so ;), das allerbeste Schuhwerk hatte ich
nun auch nicht an. Da beißt so ein Schlangenviech sicher problemlos durch.
Nach den Dünen machten wir uns auf zum „Badwater Basin“, dem
tiefsten Punkt Nordamerikas. Wobei dieser Punkt wandert und immer woanders
liegt. Badwater Basin liegt rund 86 m unter dem Meeresspiegel und ist außerdem
voll mit Salzkristallen – ein Überbleibsel des vorzeitlichen Sees Lake Manly.
Die Kruste des Bodens bildet hier sechseckige Strukturen aus und sieht von
weitem aus wie Wasser und von Nahen wie eine Eiskruste. Auch Tim fand die
Salzkristalle sehr spannend und war ganz fasziniert davon. Nachdem wir uns auch
hier viel Zeit gelassen hatten machten wir uns am späten Nachmittag auf den Weg
nach Las Vegas, wo wir zwei Tage verbringen wollten. (Angeblich hat Las Vegas
durchschnittlich 1,8 Regentage im Februar – wir haben leider schon 1,5 davon
abbekommen…)
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