Johannes versuchte in den wenigen Lücken des Dauerregens wenigstens
ein paar Fotos und Timelaps-Aufnahmen zu machen. Fast ohne Erfolg. Immer wenn
gerade alles aufgebaut war, fing es wieder an zu regnen. Es war ein
Geduldsspiel. Erst gegen späten Nachmittag hörte der Regen ja dann tatsächlich
auch auf und wir konnten zusammen mal vor die Tür und uns am Meer und dem Pier
die frische Brise um die Nase wehen lassen. Das Meer war sehr aufgewühlt und
wirkte trotz des Sonnenlichts nicht einladend. Allerdings lagen die
Temperaturen auch immer noch unter 10 Grad.
Nachdem wir uns gezwungenermaßen so gut hatten ausruhen
können, konnte es am Samstag wie immer lange vor Sonnenaufgang zum Frühstück
gehen. Der Himmel war nun wolkenlos und bei der Abfahrt in Richtung Redwood
National Park mussten wir die Scheiben vom Eis befreien.
Das erste Ziel des Tages lag in Richtung San Francisco der
101 entlang – „Trees of Mystery“. Hier wollten wir eine privat betriebene
Seilbahn in und über den Redwoods besuchen. Zum Skytrail gelangte man nur über
kleine Wege durch dichten Wald mit sehr viel Farn, herunter hängendem Moos an
den Bäumen und sehr hohen Redwoods. Die über 90m hohen Mammutbäume sind einfach
unbeschreiblich und in ihrem gesamten Ausmaß fast unfotografierbar. Eigentlich
wollten wir zum Hyperion. Dem höchsten Baum der Erde mit 115m Höhe. Leider ist
der Standort nicht offiziell und für Besucher unzugänglich. Zum Glück und zum
Wohle des Baumes. Die Mammutbäume sind nämlich totale Sensibelchen was ihr
Wurzelwerk angeht. Die extremen Flachwurzler vertragen keine komprimierte Erde
bzw. Zuschauer… Der Blick von der Aussichtsplattform am Ende der Seilbahn und
die Wanderung zurück ins Tal waren jedoch auch so beeindruckend genug.
Allerdings war der Hinweis, dass der Weg nach unten nur für sehr fortgeschrittene
„Hiker“ geeignet sei wieder einmal sehr zutreffend – der Weg nach unten war
extrem steil, glitschig, voller Tücken und wäre für mich mit meinem kaputten
Sprunggelenk ohne einen der angebotenen Wanderstöcke nicht machbar gewesen. Mit
Stock und allergrößter Vorsicht konnte ich jedoch den Weg im Schneckentempo
meistern. Im Shop haben wir uns dann noch Samen von Mammutbäumen gekauft und
hoffen, dann in Deutschland auch bald Eintritt nehmen zu können :D.
Danach ging unsere Fahrt wieder Richtung Norden. Auf der 199
verließen wir Kalifornien und fuhren durch Oregon auf dem Weg zu unserem nächsten Übernachtungsort Yreka. So
folgten wir den Anweisungen der freundlichen Stimme aus dem Navigationssystem.
Tja…die kürzeste Route ist nicht immer die Beste und man sollte auf jeden Fall
diesen Schildern am Straßenrand Glauben schenken. Dort stand nämlich
geschrieben, dass man für den Pass, den wir fahren sollten, unbedingt Schneeketten benötigt und dass die Straße nach 12 Meilen
wegen Schnee gesperrt sei. Sie sei frei bis zum Skigebiet (!). Schnee haben wir
nirgends gesehen und daher fuhren wir weiter. Der erste Teil der Straße war
komplett frei und es ging stetig bergauf. Wir waren überzeugt, weiterhin so gut
voran zu kommen. Die stetig sinkenden Temperaturen ignorierend… Doch innerhalb
weniger Kurven ging es los: erst nur etwas Schnee am Rand, dann plötzlich viel
Schnee am Rand und dann…alles ins schönste Weiß eingehüllt. Leider auch die
Straße. Also den ganzen Weg zurück und eine alternative Route nehmen. Diese
stellte sich letztens Ende sogar als die ursprünglich schnellere heraus und so kamen wir
dennoch recht pünktlich in Yreka an. Auch hier war es extrem kalt, zum Glück
blieben wir hier nur für eine Übernachtung, bevor wir die längste Strecke bis
South Lake Tahoe angehen würden.
Tim hat leider wieder hohes Fieber bekommen und die ganze
Autofahrt geschlafen. In unserem nächsten Ort würden wir doch mal einen Arzt
aufsuchen, nur zur Sicherheit. Der kleine Eckzahn ("Monkey-Tooth"), der sich nun bei Timmi zeigt, schien uns nicht Grund genug für dieses hohe Fieber.
Unser Weg führte über den Hwy 5 in Richtung Süden. Zum Glück sind wir dann auf die 89 und weiter auf die 44 Richtung Süd-Osten gefahren. Die 5 weiter südlich Richtung Sacramento kommt genau an dem aktuellen Evakuationsgebiet (wegen eines möglichen Staudammbruchs des Lake Oroville) vorbei. Wieder mal Glück gehabt. Insgesamt war die Strecke von Crescen City bis Lake Tahoe zwar bisher die zweitlängste aber auch die schönste. Wir sind immer wieder überrascht, wieviel unterschiedliche Landschaften das Land hier zu bieten hat. Die Bilder geben sicher einen kleinen abwechslungsreichen Eindruck.
Unser Weg führte über den Hwy 5 in Richtung Süden. Zum Glück sind wir dann auf die 89 und weiter auf die 44 Richtung Süd-Osten gefahren. Die 5 weiter südlich Richtung Sacramento kommt genau an dem aktuellen Evakuationsgebiet (wegen eines möglichen Staudammbruchs des Lake Oroville) vorbei. Wieder mal Glück gehabt. Insgesamt war die Strecke von Crescen City bis Lake Tahoe zwar bisher die zweitlängste aber auch die schönste. Wir sind immer wieder überrascht, wieviel unterschiedliche Landschaften das Land hier zu bieten hat. Die Bilder geben sicher einen kleinen abwechslungsreichen Eindruck.
Jetzt sind wir am Lake Tahoe angekommen. Durch Nevada und
vorbei an Rino und Carson City führten uns die letzten Kilometer des 500 km langen
Tagesabschnittes über einen weiteren Pass. Das Dumme war nur, dass 15 km vor dem Ziel in
South Lake Tahoe die Straße gesperrt war. Also mussten wir wieder mal umkehren
und den nächsten Pass und nochmal 60 km Umweg nehmen. Es ist wie verhext.
In Lake Tahoe angekommen stellten wir fest, dass es sich um
einen hoch frequentierten Skiort handelt, der im Moment wahre Massen an Schnee
zu bieten hat und zahlreiche Wintersportler anlockt. Landschaftlich ist es
wunderschön hier. Der See liegt auf einer Höhe von fast 1900 m und ist mit 501 m
Tiefe der zweittiefste See. An Sport im normalen Sinne ist bei uns aber gerade
nicht zu denken. Tim hatte nochmals höheres Fieber bekommen und bei sportlichen
40,3 Grad sind wir dann lieber doch in die Klinik gefahren. Auch mir ging es immernoch nicht wirklich besser. Nach einem
Marathonaufenthalt von fast 4 Stunden und einer sehr sportlichen Krankenhausrechnung für Tim und mich über 2649 USD konnten wir wieder ins Motel zurück fahren. Die
Sonntagabendgestaltung (12.02.) und die nächsten 1,5 Tage waren eigentlich
anders geplant und endeten mit bis zu 40,9 Grad Fieber und regelmäßigen
Wadenwickeln. Nun geht es langsam bergauf und für uns heute wieder bergab ins
Tal und zum nächsten Stopp, zum Glück sind es nur 1,5 h Fahrt und Tim kann
schlafen und sich ausruhen. Sobald es ihm besser geht, hopst er immer gleich
wieder auf dem Bett herum und ruht sich natürlich kein bisschen aus. Da ist die
Zwangsruhe im Auto ganz gut.
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