Sonntag, 26. Februar 2017

Los Angeles – Stadt der Engel



In Needles angekommen, konnten wir endlich einmal etwas Sonne tanken und uns am Pool ausruhen. In Flagstaff, unserem vorherigen Zwischenstopp, gab es nichts Besonderes, außer einen Walmart, den wir für ein paar weitere Einkäufe aufsuchten und wieder mal sehr kaltes und ekliges Winterwetter. Deshalb waren wir begeistert, dass es in Needles plötzlich so viel wärmer und sonniger war. Zuerst wollten wir ins Freibad von Needles gehen – dies war aber leider geschlossen. Und der See, der sich hier in der Nähe befindet, ist leider nicht wirklich schön und auch nicht zugänglich. Was waren wir enttäuscht. Wir befanden uns wieder mal mitten im Nirgendwo, irgendwo zwischen Wüste und LA und so beschlossen wir, uns gemütlich an den Pool zu legen und den Rest des Tages auszuruhen und dann abends schön noch Etwas essen zu gehen. Naja, der Pool war eklig (Johannes hat ihn aus lauter Langeweile einmal komplett durchgeschrubbt :D) und essen waren wir dann beim großen gelben „M“. Für die paar Sachen, die wir da bestellt hatten, habe ich dann einen schönen großen Pappkoffer bekommen – es sah aus, als wollte ich damit ins nächste Flugzeug steigen :D! Was haben wir gelacht :D!!
Im nächsten Zwischenstopp kurz vor LA war es dann wieder superkalt mit 9° Celsius und abends knapp 4° - dazu kam wieder der altbekannte garstige Wind! Grrrrr…! Aber wir sind dann trotzdem durch die Berge zum Silverwood Lake gefahren, wo es im Sommer sicher superschön ist und haben es uns dort etwas gemütlich gemacht am Wasser. Tim fand es toll, konnte er doch wieder fleißig Sand futtern und alles, was er sonst noch so zwischen die Finger bekommen konnte. Eigentlich wollte ich eine kleine Bootstour machen, aber alle Leute, die außer uns noch anzutreffen waren, waren eine Familie mit Kindern, zwei Fischer, die ihre Beute geputzt haben und ein Ranger, der uns noch 10 Dollar abgenommen hat für den Regional Park – ein schlechtes Geschäft für uns… Aber egal.
Am nächsten Morgen ging es dann endlich durch die Berge nach Los Angeles – in die Stadt der Engel, des Films und der verrücktesten Gestalten, die man sich vorstellen kann. Hier findet man Opis mit Leopardenkunstfellüberzug an ihren Gehstöcken, obdachlose Männer mit pinkfarbenen High Heels, grünen Socken und den schrillsten Klamotten in allen Farben, komplett goldgelb angesprühte Herren, dicke (eher fette …) alte Damen im Outfit der Elli aus „Der Zauberer von Oz“, junge Frauen als Catwoman verkleidet und seltsame Hunde im giftgrünen Regenmantel. Zwischen diesen Extremen ist alles möglich an Kleidung, Accessoires, Fingernägeln, Haaren und Sonstigem. Am besten setzt man sich in ein Café oder eine Bar am Hollywood Boulevard und lässt das bunte Treiben an sich vorüber ziehen.
Am ersten Tag haben wir jedoch zuallererst das California Science Center besucht, das eher im Osten der Stadt im Exposition Park liegt und das bis auf Sonderausstellungen eintrittsfrei ist. Es ist das größte interaktive Science Center der Westküste des USA. Hier gibt es unheimlich viel zu entdecken und auszuprobieren und sofern man nicht gerade von einer Horde wildgewordener Teenager auf Schulausflug überrollt wird, kann man hier u.a. ganz in Ruhe historische Flugzeuge, Weltraumsonden und sonstige Flugobjekte der Raumfahrt sowie alte Astronautenanzüge und Teile von Kometen und Mond- und Marsgestein bewundern. Außerdem ist hier u.a. das Space Shuttle der Nasa „Endeavour“ zu bestaunen, welches auf einer Boeing 747 nach LA geflogen und mit einem Spezialtransport durch die Stadt ins Museum gefahren wurde. Die Raumfähre wurde als Ersatz für die „Challenger“ gebaut und hatte ihren letzten Start und ihre letzte Landung 2011 (Florida). Das riesige Space Shuttle und sein noch größerer Ersatztank ist wirklich beeindruckend und auf jeden Fall eine Besichtigung wert. Weitere Ausstellungen beschäftigen sich mit allen möglichen Themen und mit Natur und Wissenschaft. U.a. kann man hier für ein paar Dollar in Flugsimulatoren steigen, Erdbeben erleben oder ca. 20 m über dem Foyer des Museums mit einem Fahrrad über ein Drahtseil fahren. Letzteres mussten wir leider streichen, da Tim die Hosen voll hatte :D – im wahrsten Sinne des Wortes. Zurzeit ist auch eine Sonderausstellung zu den Hintergründen der Pixarfilme zu sehen. Auch hier wurde sehr spannend und informativ gestaltet und es gibt viele Möglichkeiten für die Besucher, sich auszuprobieren, selbst kleine Animationsfilme zu machen, Figuren zum Leben zu erwecken oder allerlei Licht-, Farb- und Animationseffekte auszuprobieren und kennen zu lernen. Alles in allem ein tolles Erlebnis, sehr sehenswert!
Danach fuhren wir zum Sonnenuntergang zum Griffith Observatory, hoch über der Stadt. Wir kamen trotz des mörderischen Verkehrs pünktlich an, um einen wirklich tollen Sundowner zu erleben – mit Blick über die Stadt und auf`s berühmte Hollywood Sign. Dann ging es endlich in die Unterkunft mitten in Santa Monica. Am nächsten Morgen besuchten wir dann auch gleich den Santa Monica Pier mit seinem typischen Riesenrad direkt auf dem Pier, einem antiken Karussell, verrückten und weniger verrückten Künstlern und Musikern, Bars und Restaurants. Außerdem fanden wir hier die Film Independent Spirit Awards, die traditionell einen Tag vor den Oscar-Verleihungen in einem großen Zelt am Strand von Santa Monica verliehen werden. Ja, das hatten wir nun auch mitbekommen, dass genau an diesem Sonntag die Oscar-Verleihungen in LA stattfanden – da mussten wir hin! :D Aber zuerst machten wir heute noch eine Hop-On-Hop-Off-Tour mit dem Doppeldeckerbus durch LA. Sehr zu empfehlen, da man viel sieht, viel erfährt und keinerlei Stress mit dem Autofahren und dem nervigen Verkehr hier hat. Leider froren wir nachmittags wieder wie die Schneider, weil es auch hier in LA gerade nicht so recht warm ist. Da haben wir irgendwie noch etwas Pech… Selbst die Einwohner hier sind verwundert und entschuldigen sich dauernd für das blöde Wetter. Tim war ganz begeistert vom Bus fahren, vor allem, weil er ganz vorn ganz oben direkt vor der Scheibe sitzen durfte, gut gesichert von der Mama :D.
Heute haben wir dann zuerst einen kleinen Abstecher in die Hollywood Hills unternommen – ein bisschen Sightseeing, ein bisschen große Villen bestaunen, die hier versteckt in den Hängen hoch über allen anderen stehen und vor allem haben wir das Hollywood Sign nochmal ganz aus der Nähe gesehen. Danach ging es zurück in die Stadt, zur beeindruckenden Walt Disney Concert Hall und danach zum Lunch auf den Hollywood-Boulevard. Nach zwei superleckeren Hamburgern strömten wir mit vielen weiteren Menschen in Richtung Dolby Theatre, um so viel wie möglich von den ankommenden Stars und Sternchen der diesjährigen Oscar-Verleihungen mitzubekommen. Mit meinem großen Objektiv ausgestattet konnten wir tatsächlich unter anderem Dwayne „The Rock“ Johnson, Selma Hayek und Jason Bateman ablichten. Auch wenn man zwischen den vielen Menschen hier nicht so viel mitbekommt, ist es doch ein tolles Feeling, wenn alle wie wild los quieken und sich freuen, weil irgendein bekannter Hollywood-Star 10 m vor einem aus seiner schwarzen Stretchlimo steigt – auch wenn nur ein Bruchteil der Leute das wirklich sehen. Die meiste Zeit lachen sich alle kaputt und fragen dauernd „Who is it, who is it??“ und starren dabei wie wild auf die vielen Displays der erhobenen Kameras und Handys vor ihnen. Tim hat die ganze Zeit andächtig die Hubschrauber bestaunt und mit allen möglichen Leuten herum gekichert. Nach ca. 2 h war das Spektakel für uns erstmal vorbei und es ging zurück in die Unterkunft. Morgen wollen wir noch die Queen Mary besuchen und nach Venice Beach und dann geht’s weiter Richtung San Diego.

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