In Needles angekommen, konnten wir endlich einmal etwas
Sonne tanken und uns am Pool ausruhen. In Flagstaff, unserem vorherigen
Zwischenstopp, gab es nichts Besonderes, außer einen Walmart, den wir für ein
paar weitere Einkäufe aufsuchten und wieder mal sehr kaltes und ekliges
Winterwetter. Deshalb waren wir begeistert, dass es in Needles plötzlich so
viel wärmer und sonniger war. Zuerst wollten wir ins Freibad von Needles gehen –
dies war aber leider geschlossen. Und der See, der sich hier in der Nähe
befindet, ist leider nicht wirklich schön und auch nicht zugänglich. Was waren
wir enttäuscht. Wir befanden uns wieder mal mitten im Nirgendwo, irgendwo
zwischen Wüste und LA und so beschlossen wir, uns gemütlich an den Pool zu
legen und den Rest des Tages auszuruhen und dann abends schön noch Etwas essen
zu gehen. Naja, der Pool war eklig (Johannes hat ihn aus lauter Langeweile
einmal komplett durchgeschrubbt :D) und essen waren wir dann beim großen gelben
„M“. Für die paar Sachen, die wir da bestellt hatten, habe ich dann einen
schönen großen Pappkoffer bekommen – es sah aus, als wollte ich damit ins
nächste Flugzeug steigen :D! Was haben wir gelacht :D!!
Im nächsten Zwischenstopp kurz vor LA war es dann wieder
superkalt mit 9° Celsius und abends knapp 4° - dazu kam wieder der altbekannte
garstige Wind! Grrrrr…! Aber wir sind dann trotzdem durch die Berge zum
Silverwood Lake gefahren, wo es im Sommer sicher superschön ist und haben es
uns dort etwas gemütlich gemacht am Wasser. Tim fand es toll, konnte er doch
wieder fleißig Sand futtern und alles, was er sonst noch so zwischen die Finger
bekommen konnte. Eigentlich wollte ich eine kleine Bootstour machen, aber alle
Leute, die außer uns noch anzutreffen waren, waren eine Familie mit Kindern,
zwei Fischer, die ihre Beute geputzt haben und ein Ranger, der uns noch 10
Dollar abgenommen hat für den Regional Park – ein schlechtes Geschäft für uns…
Aber egal.
Am nächsten Morgen ging es dann endlich durch die Berge nach
Los Angeles – in die Stadt der Engel, des Films und der verrücktesten
Gestalten, die man sich vorstellen kann. Hier findet man Opis mit Leopardenkunstfellüberzug
an ihren Gehstöcken, obdachlose Männer mit pinkfarbenen High Heels, grünen
Socken und den schrillsten Klamotten in allen Farben, komplett goldgelb angesprühte
Herren, dicke (eher fette …) alte Damen im Outfit der Elli aus „Der Zauberer
von Oz“, junge Frauen als Catwoman verkleidet und seltsame Hunde im giftgrünen
Regenmantel. Zwischen diesen Extremen ist alles möglich an Kleidung, Accessoires,
Fingernägeln, Haaren und Sonstigem. Am besten setzt man sich in ein Café oder
eine Bar am Hollywood Boulevard und lässt das bunte Treiben an sich vorüber
ziehen.
Am ersten Tag haben wir jedoch zuallererst das California
Science Center besucht, das eher im Osten der Stadt im Exposition Park liegt
und das bis auf Sonderausstellungen eintrittsfrei ist. Es ist das größte
interaktive Science Center der Westküste des USA. Hier gibt es unheimlich viel
zu entdecken und auszuprobieren und sofern man nicht gerade von einer Horde
wildgewordener Teenager auf Schulausflug überrollt wird, kann man hier u.a. ganz
in Ruhe historische Flugzeuge, Weltraumsonden und sonstige Flugobjekte der
Raumfahrt sowie alte Astronautenanzüge und Teile von Kometen und Mond- und Marsgestein
bewundern. Außerdem ist hier u.a. das Space Shuttle der Nasa „Endeavour“ zu
bestaunen, welches auf einer Boeing 747 nach LA geflogen und mit einem
Spezialtransport durch die Stadt ins Museum gefahren wurde. Die Raumfähre wurde
als Ersatz für die „Challenger“ gebaut und hatte ihren letzten Start und ihre
letzte Landung 2011 (Florida). Das riesige Space Shuttle und sein noch größerer
Ersatztank ist wirklich beeindruckend und auf jeden Fall eine Besichtigung
wert. Weitere Ausstellungen beschäftigen sich mit allen möglichen Themen und
mit Natur und Wissenschaft. U.a. kann man hier für ein paar Dollar in
Flugsimulatoren steigen, Erdbeben erleben oder ca. 20 m über dem Foyer des
Museums mit einem Fahrrad über ein Drahtseil fahren. Letzteres mussten wir
leider streichen, da Tim die Hosen voll hatte :D – im wahrsten Sinne des Wortes.
Zurzeit ist auch eine Sonderausstellung zu den Hintergründen der Pixarfilme zu
sehen. Auch hier wurde sehr spannend und informativ gestaltet und es gibt viele
Möglichkeiten für die Besucher, sich auszuprobieren, selbst kleine
Animationsfilme zu machen, Figuren zum Leben zu erwecken oder allerlei Licht-,
Farb- und Animationseffekte auszuprobieren und kennen zu lernen. Alles in allem
ein tolles Erlebnis, sehr sehenswert!
Danach fuhren wir zum Sonnenuntergang zum Griffith
Observatory, hoch über der Stadt. Wir kamen trotz des mörderischen Verkehrs
pünktlich an, um einen wirklich tollen Sundowner zu erleben – mit Blick über
die Stadt und auf`s berühmte Hollywood Sign. Dann ging es endlich in die
Unterkunft mitten in Santa Monica. Am nächsten Morgen besuchten wir dann auch
gleich den Santa Monica Pier mit seinem typischen Riesenrad direkt auf dem Pier,
einem antiken Karussell, verrückten und weniger verrückten Künstlern und
Musikern, Bars und Restaurants. Außerdem fanden wir hier die Film Independent
Spirit Awards, die traditionell einen Tag vor den Oscar-Verleihungen in einem
großen Zelt am Strand von Santa Monica verliehen werden. Ja, das hatten wir nun
auch mitbekommen, dass genau an diesem Sonntag die Oscar-Verleihungen in LA
stattfanden – da mussten wir hin! :D Aber zuerst machten wir heute noch eine
Hop-On-Hop-Off-Tour mit dem Doppeldeckerbus durch LA. Sehr zu empfehlen, da man
viel sieht, viel erfährt und keinerlei Stress mit dem Autofahren und dem
nervigen Verkehr hier hat. Leider froren wir nachmittags wieder wie die
Schneider, weil es auch hier in LA gerade nicht so recht warm ist. Da haben wir
irgendwie noch etwas Pech… Selbst die Einwohner hier sind verwundert und
entschuldigen sich dauernd für das blöde Wetter. Tim war ganz begeistert vom
Bus fahren, vor allem, weil er ganz vorn ganz oben direkt vor der Scheibe
sitzen durfte, gut gesichert von der Mama :D.
Heute haben wir dann zuerst einen kleinen Abstecher in die
Hollywood Hills unternommen – ein bisschen Sightseeing, ein bisschen große
Villen bestaunen, die hier versteckt in den Hängen hoch über allen anderen
stehen und vor allem haben wir das Hollywood Sign nochmal ganz aus der Nähe
gesehen. Danach ging es zurück in die Stadt, zur beeindruckenden Walt Disney
Concert Hall und danach zum Lunch auf den Hollywood-Boulevard. Nach zwei
superleckeren Hamburgern strömten wir mit vielen weiteren Menschen in Richtung
Dolby Theatre, um so viel wie möglich von den ankommenden Stars und Sternchen
der diesjährigen Oscar-Verleihungen mitzubekommen. Mit meinem großen Objektiv
ausgestattet konnten wir tatsächlich unter anderem Dwayne „The Rock“ Johnson,
Selma Hayek und Jason Bateman ablichten. Auch wenn man zwischen den vielen
Menschen hier nicht so viel mitbekommt, ist es doch ein tolles Feeling, wenn
alle wie wild los quieken und sich freuen, weil irgendein bekannter Hollywood-Star
10 m vor einem aus seiner schwarzen Stretchlimo steigt – auch wenn nur ein
Bruchteil der Leute das wirklich sehen. Die meiste Zeit lachen sich alle kaputt
und fragen dauernd „Who is it, who is it??“ und starren dabei wie wild auf die
vielen Displays der erhobenen Kameras und Handys vor ihnen. Tim hat die ganze
Zeit andächtig die Hubschrauber bestaunt und mit allen möglichen Leuten herum
gekichert. Nach ca. 2 h war das Spektakel für uns erstmal vorbei und es ging
zurück in die Unterkunft. Morgen wollen wir noch die Queen Mary besuchen und nach
Venice Beach und dann geht’s weiter Richtung San Diego.
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