Donnerstag, 23. Februar 2017

Grand Canyon

Auf unserer Fahrt vom Monument Valley zum Grand Canyon hatten wir zwischendurch an einer Kreuzung die Chance, an die „North Rim“ zu fahren. Dort kann man sich auf dem sogenannten „Sky Walk“, einer hufeisenförmigen Stahlkonstruktion mit Glasboden, bewegen und direkt unter den eigenen Füßen in die Tiefe schauen. Leider ist dieses Unterfangen aber erstens extrem teuer und gilt zweitens als starke Abzocke von Touristen, da man nicht einmal seine eigene Kamera, Handy oder Sonstiges mitnehmen darf, dafür dann wiederum für viel Geld Fotos vor Ort kaufen kann/ muss. Deshalb war der Plan zur „South Rim“ zu fahren. Gut das wir uns nicht spontan doch für die Nordseite entschieden haben. Zum einen weil die Fahrt wesentlich länger und zum anderen es sinnlos gewesen wäre, da der Zugang zur Nordseite wegen Schneefällen kurzfristig geschlossen worden war, wie wir heute von einem anderen Reisenden erfahren haben.
Das Schöne an der Fahrt zum Grand Canyon ist, dass es so unspektakulär ist. Man erkennt quasi nur am Navigationsgerät, dass man näher kommt und evtl. am Thermometer. Im Hintergrund Richtung Süden blickend erkennt man hohe Berge, aber ansonsten scheint es sehr flach zu sein. Dass man sich aber schon auf einer Höhe von über 2000 m befindet realisiert man nicht sofort. Spätestens am „Check In“ J zum Nationalpark weiß man dann…“er muss doch irgendwo jetzt ganz nah hier sein“.
Und da kommt dann plötzlich eine der unzähligen „Vista Point“ – Ausfahrten… Man kann seinen Augen kaum glauben, wie weit, tief und zerrissen sich die Erde vor einem auftut. Man versucht fast einen Kilometer tiefer den Colorado River zu entdecken. Wenn man Glück hat und einen guten Aussichtspunkt erwischt hat, erkennt man ihn. So erschreckend bzw. einflussreich sieht er gar nicht aus… Die normale Vorstellungskraft reicht nicht aus, um zu begreifen, dass dieser Fluss das alles erschaffen hat. Wohl besser zerstört hat. Wie ein 450 km langer, 6 – 30 km breiter und bis zu 1800 m tiefer Graben in das massive Gestein „geschnitten wurde“, kann man nicht wirklich begreifen. Ein sehr komplexer Erosionsprozess in Folge von Gebirgs- bzw. Plateauerhebungen über viele Millionen Jahre und die Arbeit des Flusses erschufen dieses Naturwunder.
Leider konnten wir nicht übermäßig viel Zeit dort verbringen, da die Wolken, vom starken Wind getrieben, immer dichter wurden. Schlagartig wurde es auch fast dunkel und ein sehr starker Regen prasselte nieder. So konnten wir dafür kurz nach dem Regen einen wunderbaren Regenbogen über dem Grand Canyon bewundern, der sofort für jeglichen Regen und stürmische Böen entschädigte, Wir erreichten dann auch ohne viel Mühe Flagstaff. Von hier aus sollte es über Needles und den Cajon Junction Pass in die Stadt der Engel gehen. Wir haben es jetzt 2 Tage sehr gemütlich angehen lassen, um für die nächste Station frisch zu sein.

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