Auf unserer Fahrt vom Monument
Valley zum Grand Canyon hatten wir zwischendurch an einer Kreuzung die Chance, an
die „North Rim“ zu fahren. Dort kann man sich auf dem sogenannten „Sky Walk“,
einer hufeisenförmigen Stahlkonstruktion mit Glasboden, bewegen und direkt
unter den eigenen Füßen in die Tiefe schauen. Leider ist dieses Unterfangen
aber erstens extrem teuer und gilt zweitens als starke Abzocke von Touristen,
da man nicht einmal seine eigene Kamera, Handy oder Sonstiges mitnehmen darf,
dafür dann wiederum für viel Geld Fotos vor Ort kaufen kann/ muss. Deshalb war
der Plan zur „South Rim“ zu fahren. Gut das wir uns nicht spontan doch für die
Nordseite entschieden haben. Zum einen weil die Fahrt wesentlich länger und zum
anderen es sinnlos gewesen wäre, da der Zugang zur Nordseite wegen Schneefällen
kurzfristig geschlossen worden war, wie wir heute von einem anderen Reisenden erfahren
haben.
Das Schöne an der Fahrt zum Grand Canyon ist, dass es so unspektakulär
ist. Man erkennt quasi nur am Navigationsgerät, dass man näher kommt und evtl.
am Thermometer. Im Hintergrund Richtung Süden blickend erkennt man hohe Berge,
aber ansonsten scheint es sehr flach zu sein. Dass man sich aber schon auf
einer Höhe von über 2000 m befindet realisiert man nicht sofort. Spätestens am „Check
In“ J zum
Nationalpark weiß man dann…“er muss doch irgendwo jetzt ganz nah hier sein“.
Und da kommt dann plötzlich eine der unzähligen „Vista Point“
– Ausfahrten… Man kann seinen Augen kaum glauben, wie weit, tief und zerrissen
sich die Erde vor einem auftut. Man versucht fast einen Kilometer tiefer den
Colorado River zu entdecken. Wenn man Glück hat und einen guten Aussichtspunkt
erwischt hat, erkennt man ihn. So erschreckend bzw. einflussreich sieht er gar
nicht aus… Die normale Vorstellungskraft reicht nicht aus, um zu begreifen,
dass dieser Fluss das alles erschaffen hat. Wohl besser zerstört hat. Wie ein
450 km langer, 6 – 30 km breiter und bis zu 1800 m tiefer Graben in das massive
Gestein „geschnitten wurde“, kann man nicht wirklich begreifen. Ein sehr
komplexer Erosionsprozess in Folge von Gebirgs- bzw. Plateauerhebungen über
viele Millionen Jahre und die Arbeit des Flusses erschufen dieses Naturwunder.
Leider konnten wir nicht übermäßig viel Zeit dort
verbringen, da die Wolken, vom starken Wind getrieben, immer dichter wurden.
Schlagartig wurde es auch fast dunkel und ein sehr starker Regen prasselte
nieder. So konnten wir dafür kurz nach dem Regen einen wunderbaren Regenbogen
über dem Grand Canyon bewundern, der sofort für jeglichen Regen und stürmische
Böen entschädigte, Wir erreichten dann auch ohne viel Mühe Flagstaff. Von hier
aus sollte es über Needles und den Cajon Junction Pass in die Stadt der Engel
gehen. Wir haben es jetzt 2 Tage sehr gemütlich angehen lassen, um für die
nächste Station frisch zu sein.
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