Dienstag, 21. Februar 2017

Lake Powell, Antelope Canyon, Horseshoe Bend



Die Fahrt hinaus aus der Stadt und zurück in die Wildnis und die Verlassenheit der Natur war wieder besonders interessant, da auf unserem Weg ein weiterer Nationalpark (Zion) lag, der ebenfalls sehr schön sein muss und landschaftlich sicher viel zu entdecken bietet. Leider regnete es auch hier noch immer und so konnten wir nur erahnen, wie schön es hier ist. Nach der recht kargen und langweiligen Highway-Strecke direkt nach Las Vegas boten die Berge hier und die vielen Felsformationen ein neues Bild. Die Strecke führt zum Teil mitten durch den Berg, ohne zusätzliche Beleuchtung, was der Straße etwas Abenteuerliches verleiht.
Vor Page wollten wir noch "The Wave" anschauen, eine Formation aus Sandsteinfelsen in verschiedenen Farbschattierungen, die in den Felsen geschnitten ist und aussieht wie eine riesige Welle. Leider entpuppte sich die sogenannte "Straße" dorthin als besserer Schlammpfad, der anfangs noch schön fest und glatt war und dann mit jedem Kilometer immer matschiger und lehmiger wurde und immer tiefere Spurrillen aufwies. Mit einem Jeep kein Problem (kostet auch nur 200 Dollar am Tag...), aber mit unserem armen Nissan wären wir irgendwann sicher stecken geblieben. Zumal wir die insgesamt 15 km nur im Schritttempo fahren konnten. Nachdem wir ca. 5 davon geschafft hatten, mussten wir leider kapitulieren und das Unterfangen schweren Herzens abbrechen. Nächstes Mal...
Am Lake Powell in Page (Arizona) angekommen war das Wetter leider immer noch nicht so viel besser, aber zumindest hatte es aufgehört zu regnen und so machten wir gleich noch einen Abstecher zum Horseshoe Bend, einem riesigen hufeisenförmigen Mäander des Colorado River. Die Felswände fallen hier extrem steil ab und es geht über 300 m tief hinunter. Außerdem besteht der Fels aus Sandstein und der darauf befindliche Sand macht die Oberfläche relativ rutschig. Es gibt keinerlei Abgrenzungen oder Geländer, deshalb müssen alle Besucher extrem vorsichtig sein. Wenn es auf den Felsen sehr voll wird, kann ein kleiner versehentlicher Schubser schnell böse enden. Für Leute mit Höhenangst ist diese Attraktion nur von Weitem zu empfehlen, am ersten Tag waren wir auch noch besonders ehrfürchtig und extrem vorsichtig. Wenn man sich dagegen traut, bis vor an die Kanten zu gehen, erlebt man den unglaublichsten Blick, den man sich vorstellen kann!! Mit dem richtigen Schuhwerk und guten Kameras ausgestattet kann man sich hier Stunden aufhalten. Es ist auch ein gewisser Nervenkitzel dabei, vor allem wenn man Leute beobachtet, die mit hohen Schuhen zwischen den Felsen herum stöckeln oder unbedingt an den vordersten Kanten stehen, sitzen oder liegen müssen. Da ist mir ein paarmal fast das Herz stehen geblieben. Auch am nächsten Abend waren wir nochmal hier, zum Sonnenuntergang und damit Johannes seine Timelapse-Aufnahmen machen konnte.
Am nächsten Morgen nach dem sehr leckeren Frühstück schliefen wir uns dann nochmal richtig aus, da es immer noch wie aus Eimern regnete, aber für nachmittags versprach, besser zu werden. Gut ausgeruht machten wir uns dann bei Sonnenschein auf den Weg zum Antelope Canyon. In Las Vegas hatten wir in einer Galerie im Caesars Palace bereits wunderbare Aufnahmen des Naturfotografen Peter Lik bewundern können, dessen Bild „Phantom“, aufgenommen im Antelope Canyon, das teuerste Bild ist, das je verkauft wurde – 6,5 Millionen Dollar hat ein privater Käufer dafür gezahlt. Besonders in den Sommermonaten bietet der Canyon die tollsten Motive, wenn die Sonne in der Mittagszeit senkrecht von oben durch die engen Schluchten bis zum sandigen Boden hinunter scheint und Säulen aus Licht zwischen den bizarren Sandsteinformationen zaubert. Wir konnten diese Phänomene jetzt im Februar leider nicht bewundern, aber auch so ist der Antelope Canyon unglaublich schön und bietet zahlreiche Motive, auch für Hobbyfotografen. Als Privatperson kann man ihn leider nicht betreten, das geht nur mit einer der organisierten Führungen, die natürlich Geld kosten, und das nicht zu knapp. Aber es lohnt sich. Zumal die Indianer, die die Führungen machen, sich sehr bemühen, den Besuchern einzelne Besonderheiten, wie die Form eines Bären zwischen den Felsen, eines Herzens oder anderer Figuren näher bringen. Wer im Sommer da ist, sollte aber auf jeden Fall während der Mittagszeit den Canyon besuchen, da zu dieser Zeit sicher besondere Lichtmomente entstehen.
Am nächsten Tag besuchten wir noch den Glen Canyon Dam und den Lake Powell. Letzterer ist wohl eher in den Sommermonaten zu empfehlen. Danach ging es weiter ins Monument Valley, mit einer Unterkunft direkt unter einem der riesigen Felsen, die bei der Erosion über Jahrmillionen „zurückgeblieben“ sind und nun wie einzeln hin geworfene riesige „Monumente“ im Nationalpark stehen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen