Freitag, 10. Februar 2017

San Francisco Part Two



(08.02.) Quasi über Nacht ist uns beiden bewusst geworden, dass der garstige Herr an der Autovermietung uns komplett verar… hatte. Seit früh 4.00 Uhr (dank Jetlag) machten wir uns Gedanken. Wir mussten irgendwas tun, um dieses „Gefährt“, das er uns als das, was wir angeblich gebucht hätten, aufgeschwatzt hatte, wieder los zu werden. Es war winzig, hässlich, das Gepäck passte kaum rein und die Außenspiegel waren nicht mehr als eine Attrappe, sehen konnte man darin so gut wie nichts! Also hier kurz mehr dazu, es soll ja das ganze Ausmaß der Garstigkeit erfasst werden ;). Bei Nicht-Interesse bitte einfach ein paar Absätze weiter unten weiterlesen ;)…
Wir hatten bereits in Deutschland einen Mietwagen für die Westküste gebucht und bezahlt und dabei besonders darauf geachtet, eben auf keinen Fall etwas Derartiges zu buchen, das uns nun für 24 Tage durch ganz Kalifornien und mindestens vier weitere Staaten und zig verschiedene Landschaften und Wetterbedingungen bringen sollte. Deshalb waren wir zuerst verwundert und dann entsetzt, dass wir angeblich genau diesen Wagen bzw. dieser Art (Economy Class) gebucht haben sollten, und keinen anderen. Zuerst hieß es außerdem (mit tragischer Miene und leidender Stimme), unsere Reservierung sei storniert worden! Dann behauptete der Herr, er hätte eine zweite Reservierungsnummer gefunden und er würde das schon deichseln?! Da waren wir schon sehr irritiert. Dann meinte er plötzlich, mit dem vielen Gepäck und dem Baby könnten wir NIEMALS (!!!) diesen kleinen Wagen fahren, das bekämen wir nicht rein und blabla. Es ginge ihm ja nur um „the safety of the baby“! Das sagte er ungefähr 50 x! Dann wollte er uns auf ein anderes Auto höherer Klasse upgraden – für über 400 Dollar zusätzlich!! Wir sagten ihm schon sehr genervt, das machen wir nicht, wir hätten bereits bezahlt, und zwar viel mehr, als er für ein solch kleines Auto veranschlagt hätte und wir hätten das auch nicht gebucht! Aber er sagt nur immer wieder „I don`t worry about, what you`ve already paid“ und „the safety of the baby“ und „you booked the smallest one“ und wir könnten auf keinen Fall dieses Auto und und und… Wir waren inzwischen echt sauer, gestresst und völlig überrumpelt! Nach zig Stunden Flug ohne richtiges Essen und Trinken, völlig übermüdet, mit Jetlag und mit Baby und einem Berg von Gepäck anzukommen und dann so eine Diskussion führen zu müssen, auf Englisch und mit jemandem, der uns nicht mal zuhörte und immer wieder unterbrach – das brachte uns an die Grenze der Geduld! Während der Typ sogar noch mit seinem Kollegen über uns lästerte, der blöde Affe.
Jedenfalls ließen wir uns nicht beschwatzen und so meinte er plötzlich, er würde uns einen Sonderpreis machen – statt über 400 nur 200 Dollar! Komisch, dass das auf einmal so einfach so viel billiger ging. Da war uns endgültig klar, dass was faul ist und wir entschieden uns, den kleinen Wagen zu nehmen und fertig! Ohne Aufpreis. Na jetzt war er aber richtig böse: wir würden schon sehen, wie es uns ergehen wird, das Gepäck passe da niemals rein und wenn wir dann zurückkommen müssten, dann würde er uns nur noch den hohen Preis geben, die 200 Dollar seien jetzt erledigt!! UNFASSBAR!! Dann ging es weiter – für die Buchung brauchte er nochmal die Kreditkarte – die ging plötzlich nicht mehr!?! Weder meine, noch Johannes`! Da sind wir bald durchgedreht… Wie sollten wir hier wegkommen, wie sollte es weitergehen? Wir waren einen Moment echt verzweifelt! Zum Glück hatte ich noch eine andere Karte, die dann sogar funktionierte. Die Prozedur wurde nun endlich beendet und wir stapften wütend zu unserem „Auto“ – tatsächlich das kleinste Auto der Welt, fast! Wir wollten aber auf keinen Fall zurück und so schafften wir es, alles irgendwie zu verstauen – mit einem Koffer im piepslichen Kofferraum und der Riesenmonstertasche angeschnallt auf dem Rücksitz. Der Rest landete im Fußraum. Nun konnten wir endlich in unsere Unterkunft fahren, fast 2 h später als geplant und in der Mega-Rushour und ohne nutzbare Außenspiegel!
Das dicke Ende kommt jedoch noch: Nachdem wir 1 Tag mit diesem Gefährt rum gefahren waren, wurde uns klar, dass wir das nicht auf uns sitzen lassen konnten. Wir hatten das Ding nicht gebucht, und die google-Suche zeigte uns, dass wir hier nun einen Kleinstwagen hatten und keinen Kleinwagen. 10 nach Deutschland vertelefonierte Euro später wussten wir auch, dass wir das Auto tauschen konnten, wenn es in der gleichen Klasse liegt und zur Verfügung steht. Also wieder hin zum Flughafen! Und dort waren plötzlich nur noch nette Mitarbeiter, es sei gar kein Problem, das Auto zu tauschen, sie hätten genug Wagen!?? Schön! Als ich sah, welches Auto wir nun nehmen durften und was alles in die gleiche Kategorie fällt wie unsere Mistkarre, fielen mir fast die Augen raus! Das ganze Ausmaß der Dreistigkeit des Kerls wurde uns nun bewusst! Wir haben nun einen Nissan, bei dem alles (!) an Gepäck in den Kofferraum passt und sogar die Außenspiegel zu benutzen sind :D. Geht doch!
Mit unserem neuen Auto düsten wir dann gut gelaunt zurück in die City und in die Academy of Science im Golden Gate Park, die ich bereits 2014 allein besucht hatte. Mit Erdbeben-Simulator, Regenwald mit riesigen Schmetterlingen und Papageien, mit Aquarium und den leider ekligsten Cheeseburgern, die wir seit langem gegessen hatten. Trotz des schlechten und überteuerten Essens ist die Academy of Science jedoch immer einen Besuch wert, da es unheimlich viel zu entdeckten gibt.

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