(08.02.) Quasi über Nacht ist uns beiden bewusst geworden, dass der
garstige Herr an der Autovermietung uns komplett verar… hatte. Seit früh 4.00
Uhr (dank Jetlag) machten wir uns Gedanken. Wir mussten irgendwas tun, um dieses
„Gefährt“, das er uns als das, was wir angeblich gebucht hätten, aufgeschwatzt
hatte, wieder los zu werden. Es war winzig, hässlich, das Gepäck passte kaum
rein und die Außenspiegel waren nicht mehr als eine Attrappe, sehen konnte man
darin so gut wie nichts! Also hier kurz mehr dazu, es soll ja das ganze Ausmaß
der Garstigkeit erfasst werden ;). Bei Nicht-Interesse bitte einfach ein paar
Absätze weiter unten weiterlesen ;)…
Wir hatten bereits in Deutschland einen Mietwagen für die
Westküste gebucht und bezahlt und dabei besonders darauf geachtet, eben auf
keinen Fall etwas Derartiges zu buchen, das uns nun für 24 Tage durch ganz
Kalifornien und mindestens vier weitere Staaten und zig verschiedene
Landschaften und Wetterbedingungen bringen sollte. Deshalb waren wir zuerst
verwundert und dann entsetzt, dass wir angeblich genau diesen Wagen bzw. dieser
Art (Economy Class) gebucht haben sollten, und keinen anderen. Zuerst hieß es
außerdem (mit tragischer Miene und leidender Stimme), unsere Reservierung sei
storniert worden! Dann behauptete der Herr, er hätte eine zweite
Reservierungsnummer gefunden und er würde das schon deichseln?! Da waren wir
schon sehr irritiert. Dann meinte er plötzlich, mit dem vielen Gepäck und dem
Baby könnten wir NIEMALS (!!!) diesen kleinen Wagen fahren, das bekämen wir
nicht rein und blabla. Es ginge ihm ja nur um „the safety of the baby“! Das
sagte er ungefähr 50 x! Dann wollte er uns auf ein anderes Auto höherer Klasse
upgraden – für über 400 Dollar zusätzlich!! Wir sagten ihm schon sehr genervt, das machen wir nicht, wir hätten bereits bezahlt,
und zwar viel mehr, als er für ein solch kleines Auto veranschlagt hätte und wir
hätten das auch nicht gebucht! Aber er sagt nur immer wieder „I don`t worry
about, what you`ve already paid“ und „the safety of the baby“ und „you booked
the smallest one“ und wir könnten auf keinen Fall dieses Auto und und und… Wir
waren inzwischen echt sauer, gestresst und völlig überrumpelt! Nach zig Stunden
Flug ohne richtiges Essen und Trinken, völlig übermüdet, mit Jetlag und mit
Baby und einem Berg von Gepäck anzukommen und dann so eine Diskussion führen zu
müssen, auf Englisch und mit jemandem, der uns nicht mal zuhörte und immer
wieder unterbrach – das brachte uns an die Grenze der Geduld! Während der Typ
sogar noch mit seinem Kollegen über uns lästerte, der blöde Affe.
Jedenfalls ließen wir uns nicht beschwatzen und so meinte er
plötzlich, er würde uns einen Sonderpreis machen – statt über 400 nur 200
Dollar! Komisch, dass das auf einmal so einfach so viel billiger ging. Da war
uns endgültig klar, dass was faul ist und wir entschieden uns, den kleinen
Wagen zu nehmen und fertig! Ohne Aufpreis. Na jetzt war er aber richtig böse:
wir würden schon sehen, wie es uns ergehen wird, das Gepäck passe da niemals
rein und wenn wir dann zurückkommen müssten, dann würde er uns nur noch den
hohen Preis geben, die 200 Dollar seien jetzt erledigt!! UNFASSBAR!! Dann ging
es weiter – für die Buchung brauchte er nochmal die Kreditkarte – die ging
plötzlich nicht mehr!?! Weder meine, noch Johannes`! Da sind wir bald
durchgedreht… Wie sollten wir hier wegkommen, wie sollte es weitergehen? Wir
waren einen Moment echt verzweifelt! Zum Glück hatte ich noch eine andere
Karte, die dann sogar funktionierte. Die Prozedur wurde nun endlich beendet und
wir stapften wütend zu unserem „Auto“ – tatsächlich das kleinste Auto der Welt,
fast! Wir wollten aber auf keinen Fall zurück und so schafften wir es, alles
irgendwie zu verstauen – mit einem Koffer im piepslichen Kofferraum und der
Riesenmonstertasche angeschnallt auf dem Rücksitz. Der Rest landete im Fußraum.
Nun konnten wir endlich in unsere Unterkunft fahren, fast 2 h später als
geplant und in der Mega-Rushour und ohne nutzbare Außenspiegel!
Das dicke Ende kommt jedoch noch: Nachdem wir 1 Tag mit
diesem Gefährt rum gefahren waren, wurde uns klar, dass wir das nicht auf uns
sitzen lassen konnten. Wir hatten das Ding nicht gebucht, und die google-Suche
zeigte uns, dass wir hier nun einen Kleinstwagen hatten und keinen Kleinwagen.
10 nach Deutschland vertelefonierte Euro später wussten wir auch, dass wir das
Auto tauschen konnten, wenn es in der gleichen Klasse liegt und zur Verfügung
steht. Also wieder hin zum Flughafen! Und dort waren plötzlich nur noch nette
Mitarbeiter, es sei gar kein Problem, das Auto zu tauschen, sie hätten genug
Wagen!?? Schön! Als ich sah, welches Auto wir nun nehmen durften und was alles
in die gleiche Kategorie fällt wie unsere Mistkarre, fielen mir fast die Augen
raus! Das ganze Ausmaß der Dreistigkeit des Kerls wurde uns nun bewusst! Wir
haben nun einen Nissan, bei dem alles (!) an Gepäck in den Kofferraum passt und
sogar die Außenspiegel zu benutzen sind :D. Geht doch!
Mit unserem neuen Auto düsten wir dann gut gelaunt zurück in
die City und in die Academy of Science im Golden Gate Park, die ich bereits
2014 allein besucht hatte. Mit Erdbeben-Simulator, Regenwald mit riesigen
Schmetterlingen und Papageien, mit Aquarium und den leider ekligsten Cheeseburgern,
die wir seit langem gegessen hatten. Trotz des schlechten und überteuerten
Essens ist die Academy of Science jedoch immer einen Besuch wert, da es
unheimlich viel zu entdeckten gibt.
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